29.10.2017

Jazzgeschichten mit den Blues Serenaders

„Jazzgeschichten“ im Kreistagssaal

 

Zu einer sehr unterhaltsamen und informativen Veranstaltung zum Thema „Jazz und seine Musiker“ hatte die Neue Jazzinitiative Celle eingeladen. Diese Konzertreihe begeistert immer wieder durch die wunderbare Mischung zwischen Wort und Musik. Moderator und Trompeter Wolfgang Heidenreich mit seinen Blues Serenaders hat zum wiederholten Male wissenswerte, bereichernde und humorvolle Geschichten um die Protagonisten des Jazz zusammen gesucht, die durch die passenden Musiktitel des Sextetts, das er um sich geschart hatte, ergänzt und erläutert wurden.

Im ersten Teil drehten sich die Ausführungen um die beiden Spitzenbigbands von Duke Ellington und Count Basie. Äußerst interessante Hintergrundinformationen ließen die Zeit zwischen 1926 und 1940 mit ihren Musikern plastisch werden, wie die zum Teil auch tragischen Geschichten um den Trompeter Bubber Miley oder den Kontrabassisten Jimmy Blanton bewiesen, die viel zu früh verstarben. Garniert mit vielen Jazzstandards wie Mood Indigo, Caravan, Moten Swing, Topsy, Body and Soul und viele andere Titel überzeugte die Formation mit Klaus und Hermann Heidenreich, Horst Wagner, Claus Cordemann und Rainer Haase durch einen stilistisch einwandfreien Vortrag mit viel Einfühlungsvermögen, starken Soli und präzisem Zusammenspiel. Eine hervorragende Bandleistung, wobei Klaus Heidenreich mit seinen brillanten Soli und einem Solo-Stück im Stil von Albert Mangelsdorff besonders herauszuheben ist. Unplugged, also ohne jegliche elektrische Verstärkung, präsentierten die Musiker auf hohem Niveau die sorgfältig ausgewählten Jazznummern.

Im zweiten Teil ging es um Musiker nach dem zweiten Weltkrieg. In äußerst authentischer Weise wurden dem Publikum besonders die Sängerin Inge Brandenburg (einst Europas Jazzsängerin Nr. 1), der Posaunist Albert Mangelsdorff wie der Trompeter Jack Butler nahe gebracht, besonders reizvoll durch die direkten Begegnungen mit Wolfgang Heidenreich in seinen jungen Jahren.

Mit anhaltendem Applaus dankte das Publikum im Kreistagssaal den Musikern für die wunderbaren lehrreichen Stunden mit der Erkenntnis, dass es stets die Menschen in ihrer Individualität waren und sind, die den Jazz geprägt haben und ihn nach wie vor lebendig erhalten in immer neuen Formen. Als Beispiel mag auch diese außergewöhnliche Veranstaltung und die rege Arbeit der Neuen Jazzinitiative Celle mit ihren Musikern und Organisatoren dienen.

 

Egon Ziesmann

 

 

Fotos zur Veranstaltung